Das hat sie mir erzählt. Ich dachte immer, sie sei eine vertrocknete Maus, und gewissermassen hat sie dieses Bild nicht gerade umgekrempelt, wohl oder übel aber war ich fasziniert von diesem dorrigen Drahtding. Sowas gibt es, wissen Sie.
„Ein Bier“, sagte ich und steckte mir eine Kippe an. Scheissgewohnheit. Was soll man tun. Im innersten fürchte ich dermassen, dass mir der effektivste Kreativitätsgenerator verloren ginge, würde ich diese Scheissgewohnheit aufgeben, dass ich mir in den schleimigen Hals eine weitere adrette Feuerstange jage – einfach weil ich dumm genug bin zu glauben, es resultiere daraus ein wahrhaftiger Moment. Und, was soll ich es leugnen?, dem ist auch so. Wohlgemerkt: nur wenn ich allein bin. Draussen, wenn es abendlich wird und die Schwere sich mit jedem wolkenschlierigen Hinwegdunkeln zäher im Brustgelände einnistet, vermag sie –
Ah, was schmiere ich wieder! Stets will mich diese Wortbreierei überkommen; ich liebe sie, dagegen komm ich nicht an. Ich liebe sie, ähnlich zwanghaft wohl wie Marlen, diese vertrocknete Maus, ihre Reckstange geliebt hat.
„Eine Gazosa“, nuschelte sie. Eine Gazosa Grapefruit. Ich sage ja gar nichts. Jedenfalls erzählte mir Marlen, während sie ihre Gazosa Grapefruit mit Strohhalm aufsaugte – Gott weiss warum die mir ausgerechnet das erzählt hat, mon Dieu! – dass sie, als sie klein war, immer so lange an der Reckstange gehangen war und Klimmzüge oder irgend so eine Seltsamkeit, dessen genaue Bezeichnung mir schon vor einem ganzen Raucherlebensteil ins Neblige entschwunden ist, gemacht hat, bis sie so ein unbeschreibliches Gefühl zwischen den Beinen verspürt hätte, so ein Zusammenziehen, als veranstalteten verrückte Weichtiere eine Party in ihrem Unterleib – das hat sie wirklich gesagt. Ich äscherte im Kuchenteller ab.

Ah bla.

21.5.07 21:40

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